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Immobilien-Rentabilitätsrechner — So berechnen Sie die Rendite wirklich

Kaufnebenkosten, Bodenwertanteil, Steuerwirkung: Was die meisten Immobilienkäufer nicht wissen — und wie Sie mit dem Finanzcleaner-Rechner die echte Rendite Ihrer Kapitalanlage ermitteln.

Aktualisiert am 21. Juni 2026 8 min Lesezeit
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Warum die meisten Renditeberechnungen falsch sind

„Die Wohnung wirft 5 % Rendite ab." Ein Satz, der in der Immobilienbranche täglich fällt — und der meistens falsch ist. Nicht weil gelogen wird, sondern weil entscheidende Kostenpositionen weggelassen werden.

Die Bruttorendite (Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100) sagt Ihnen wenig. Die echte Nettorendite — nach Kaufnebenkosten, laufenden Kosten, Steuern und Zinsbelastung — ist oft deutlich niedriger. Manchmal sogar negativ.

In diesem Artikel erklären wir alle Eingaben unseres Rechners — Schritt für Schritt. So verstehen Sie nicht nur das Ergebnis, sondern auch, warum es so ausfällt.

Kaufnebenkosten — Der unterschätzte Kostenfaktor

Beim Kauf einer Immobilie zahlen Sie nicht nur den Kaufpreis. Dazu kommen Kaufnebenkosten, die je nach Bundesland und Situation zwischen 8 und 15 % des Kaufpreises ausmachen können. Diese Kosten sind in aller Regel nicht finanzierbar — Sie müssen sie aus Eigenkapital begleichen.

Die drei Bestandteile der Kaufnebenkosten

Grunderwerbsteuer (GrESt)

3,5 % – 6,5 %

Landesspezifische Steuer — der größte Posten. Wird an das Finanzamt abgeführt.

Notar & Grundbuch

ca. 2,0 %

Notargebühren für Beurkundung und Grundbucheintragung. Bundesweit einheitlich nach GNotKG.

Maklerprovision

0 % – 7,14 %

Seit 2020 hälftig geteilt. Beim Kauf vom Eigentümer entfällt sie. Default im Rechner: 3,57 % (Hälftelung).

Gesamt (Beispiel Baden-Württemberg)

5,0 + 2,0 + 3,57 = 10,57 %

Bei 300.000 € Kaufpreis: ca. 31.710 € Kaufnebenkosten

Wichtig: GrESt bei Bundesland auswählen

Im Rechner wird die Grunderwerbsteuer automatisch nach dem gewählten Bundesland eingesetzt. Bayern und Sachsen erheben nur 3,5 %, Brandenburg, NRW und Schleswig-Holstein fordern 6,5 %. Das macht bei 300.000 € einen Unterschied von bis zu 9.000 €.

Grunderwerbsteuer nach Bundesland — Vollständige Übersicht

Baden-Württemberg5.0 %
Bayern3.5 %
Berlin6.0 %
Brandenburg6.5 %
Bremen5.0 %
Hamburg4.5 %
Hessen6.0 %
Niedersachsen5.0 %
Nordrhein-Westfalen6.5 %
Rheinland-Pfalz3.5 %
Saarland6.5 %
Sachsen3.5 %
Sachsen-Anhalt5.0 %
Schleswig-Holstein6.5 %
Thüringen5.0 %

Stand: 2025. Grün = günstig, Rot = teuer.

Bodenwertanteil — Der Schlüssel zur steuerlichen AfA

Einer der wichtigsten — und am häufigsten missverstandenen — Werte im Rechner ist der Bodenwertanteil. Er entscheidet über die Höhe Ihrer jährlichen Abschreibung (AfA), die Sie steuerlich geltend machen können.

Was ist der Bodenwertanteil?

Wenn Sie eine Immobilie kaufen, erwerben Sie zwei Dinge: das Gebäude (abnutzbar, daher steuerlich absetzbar) und den Grund und Boden (unvergänglich, nicht absetzbar).

Der Bodenwertanteil gibt an, wie viel Prozent des Kaufpreises auf das Grundstück entfällt. Nur der verbleibende Gebäudewert kann über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden.

Formel: Gebäudewert = Kaufpreis × (1 − Bodenwertanteil ÷ 100) → AfA = Gebäudewert × AfA-Satz

Beispiel: 300.000 € Immobilie

Bodenwertanteil 20 % (Landgebiet)

Boden: 60.000 €Gebäude: 240.000 €AfA: 4.800 €/Jahr

Bodenwertanteil 40 % (Stadtlage)

Boden: 120.000 €Gebäude: 180.000 €AfA: 3.600 €/Jahr

Bodenwertanteil 60 % (Toplage München)

Boden: 180.000 €Gebäude: 120.000 €AfA: 2.400 €/Jahr

AfA-Satz: 2 % oder 2,5 %?

Der AfA-Satz hängt vom Baujahr ab:

  • • Ab 1925: 2,0 % p.a. → Abschreibungsdauer 50 Jahre
  • • Vor 1925: 2,5 % p.a. → Abschreibungsdauer 40 Jahre
  • • Neubau ab 2023: 3,0 % p.a. (seit Jahressteuergesetz 2022)

Der erhöhte Satz für Neubauten (3 %) ist im Rechner als 2 % approximiert — für Neubauten bitte individuell anpassen.

So ermitteln Sie den richtigen Bodenwertanteil:

  • 1. Bodenrichtwert für die Lage beim zuständigen Gutachterausschuss abfragen (oft kostenlos online)
  • 2. Grundstücksgröße × Bodenrichtwert = Bodenwert
  • 3. Bodenwert ÷ Kaufpreis × 100 = Bodenwertanteil in %
  • 4. Typische Werte: 20–30 % (ländlich), 40–60 % (städtisch), 60–80 % (Bestlagen)

Die drei Renditekennzahlen im Rechner

Bruttorendite

Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100

Die einfachste Kennzahl. Schnellvergleich zwischen Objekten. Sagt nichts über Kosten und Steuern aus. Eine Bruttorendite unter 4 % ist in den meisten Fällen problematisch.

✓ Gut: ≥ 5 %~ OK: 4–5 %✗ Kritisch: < 4 %

Netto-Mietrendite

(Jahresmiete − Betriebskosten) ÷ Kaufpreis × 100

Berücksichtigt laufende Kosten (Instandhaltung, Verwaltung, nicht umlagefähige Nebenkosten), aber noch nicht Finanzierungskosten und Steuern.

✓ Gut: ≥ 3,5 %~ OK: 2,5–3,5 %✗ Kritisch: < 2,5 %

Eigenkapital-Rendite

Nettoertrag nach Steuern ÷ eingesetztes Eigenkapital × 100

Die wichtigste Kennzahl für den Investor. Zeigt, wie effizient Ihr eingesetztes Kapital arbeitet. Berücksichtigt den Hebel-Effekt der Finanzierung (Leverage).

✓ Gut: ≥ 6 %~ OK: 3–6 %✗ Kritisch: < 3 %

Cashflow — Was monatlich übrig bleibt

Der monatliche Cashflow ist das, was nach Abzug aller Kosten aus der Mieteinnahme übrig bleibt — oder was Sie monatlich draufzahlen müssen. Ein negativer Cashflow bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Immobilie schlecht ist (Wertsteigerung, Tilgung, Steuervorteile spielen eine Rolle), aber er muss finanziert werden können.

Cashflow-Formel im Rechner

Jahreskashflow = Jahreskaltmiete

− Zinskosten

− Instandhaltung

− Verwaltung

− Nicht umlagefähige Kosten

− Einkommensteuer auf Mietüberschuss

Hinweis: Die Tilgungsrate ist kein Kostenbestandteil des Cashflows — sie ist Vermögensaufbau (Schuldenabbau).

Steuerwirkung — Warum Vermieten steuerlich komplex ist

Mieteinnahmen sind steuerpflichtig. Aber: Als Vermieter dürfen Sie umfangreiche Werbungskosten abziehen — allen voran die AfA (Gebäudeabschreibung), Zinskosten und Instandhaltung. Das führt oft dazu, dass das steuerliche Ergebnis negativ ist, also ein Verlust aus Vermietung, der Ihr übriges Einkommen mindert.

Werbungskosten bei Vermietung (§ 21 EStG):

  • • AfA (2–2,5 % des Gebäudewerts jährlich)
  • • Schuldzinsen (Zinsanteil der Kreditrate)
  • • Instandhaltungskosten & Reparaturen
  • • Hausverwaltungsgebühren
  • • Nicht umlagefähige Betriebskosten
  • • Steuerberatungskosten (anteilig)

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Fazit — Auf welche Zahl kommt es an?

Kein einzelner Wert entscheidet über eine gute Immobilie. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Rendite, Cashflow, Steuerwirkung und Ihrer persönlichen Situation.

Eine Immobilie mit negativem Cashflow kann sinnvoll sein, wenn sie steuerlich entlastet und stark an Wert gewinnt. Eine Immobilie mit positivem Cashflow kann trotzdem eine schlechte Investition sein, wenn die Eigenkapitalrendite unter alternativen Anlagen liegt.

Der Finanzcleaner-Rechner gibt Ihnen alle Zahlen — die Bewertung bleibt Ihre Entscheidung. Und wenn Sie unsicher sind: Wir beraten Sie.

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was bedeuten sie für Sie?

Immobilienrendite ist individuell. Unser Team bewertet Ihr konkretes Objekt — Kaufpreis, Lage, Steuer, Finanzierung — und gibt eine klare Einschätzung.

Die Rentabilität einer Immobilie ist mehr als die Mietrendite — Steuervorteile und Wertsteigerung gehören dazu.

Fabian Krämer — Gründer & Geschäftsführer, Finanzcleaner GmbH

Fabian Krämer

Gründer & Geschäftsführer, Finanzcleaner GmbH

Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und Meinungsbildung und stellen keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr. Für verbindliche Entscheidungen wenden Sie sich an einen Finanzcleaner-Spezialisten oder Ihren vertrauten Berater.

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