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Mietrendite berechnen — Brutto, Netto & Eigenkapitalrendite verständlich erklärt

Wieviel Rendite sollte eine Immobilie bringen? Die Formeln für Bruttomietrendite, Nettomietrendite, Mietpreismultiplikator und Eigenkapitalrendite — mit Rechenbeispiel und typischen Fallstricken.

Aktualisiert am 23. Juni 2026 7 min Lesezeit
Immobilie mit Schlüssel und Rechner

Keine Rechtsberatung. Diese Inhalte dienen der finanziellen Orientierung. Ob und wie Sie Miete rechtlich durchsetzen können, beurteilt ein Jurist. Wir vermitteln gerne an Anwälte — Beratungsgespräch buchen.

Wer eine Immobilie als Geldanlage erwirbt, möchte wissen: Lohnt sich der Kauf? Die wichtigste Kennzahl dafür ist die Mietrendite — sie zeigt, wie viel Prozent des eingesetzten Kapitals jährlich durch Mieteinnahmen zurückfließt. Doch es gibt gleich mehrere Varianten, und wer nur die einfachste betrachtet, übersieht schnell zigtausend Euro an Kosten. Hier sind die Formeln, ein vollständiges Rechenbeispiel und die typischen Fehler, die Anleger beim ersten Immobilienkauf machen.

4–6%

Gute Nettomietrendite p.a.

× 20

Max. Mietpreismultiplikator

15%

Kaufnebenkosten-Anteil

3 Arten

Brutto, Netto, EK-Rendite

Was ist die Mietrendite?

Die Mietrendite (auch Objektrendite genannt) setzt die jährlichen Mieteinnahmen einer Immobilie ins Verhältnis zum Kaufpreis. Das Ergebnis ist ein Prozentsatz, der angibt, wie stark sich Ihr Kapital pro Jahr verzinst — zumindest auf dem Papier. Eine „gute" Mietrendite liegt in Deutschland typischerweise zwischen 4 und 6 Prozent pro Jahr. In Metropolen mit hohen Kaufpreisen sind oft nur 2–4 % drin; in ländlichen Regionen sind 6–8 % möglich.

Entscheidend ist aber: Welche Rendite-Zahl Sie sehen, hängt davon ab, welche Variante Sie berechnen. Drei davon sind besonders wichtig.

1. Bruttomietrendite — die simple Schnellzahl

Die Bruttomietrendite ist die einfachste Variante und wird von Maklern gerne genannt, weil sie am besten aussieht. Sie berücksichtigt nur die Jahreskaltmiete und den Kaufpreis.

FORMEL

Bruttomietrendite = (Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis) × 100

Beispiel: Eine Zwei-Zimmer-Wohnung kostet 250.000 € und bringt eine monatliche Kaltmiete von 900 € (Jahr: 10.800 €).

(10.800 € ÷ 250.000 €) × 100 = 4,32 %

Warum die Brutto-Zahl allein nicht reicht

Die Bruttomietrendite ignoriert sämtliche Kosten: Erwerbsnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler), Instandhaltungsrücklagen, Verwaltungskosten und Leerstand. Sie ist eine erste Orientierung, aber niemals die Grundlage für eine Kaufentscheidung.

2. Nettomietrendite — die ehrliche Kennzahl

Die Nettomietrendite ist deutlich aussagekräftiger, weil sie alle nicht umlagefähigen Kosten und die Kaufnebenkosten einbezieht. Erst hier sehen Sie, wie viel tatsächlich unten bleibt.

FORMEL

Nettomietrendite = ((Jahreskaltmiete − nicht-umlagefähige Kosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten)) × 100

Gleiche Wohnung — aber mit allen Kosten:

  • Kaufpreis: 250.000 €
  • Kaufnebenkosten (~15 %): 37.500 € (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler)
  • Jahreskaltmiete: 10.800 €
  • Nicht-umlagefähige Kosten p.a.: 2.800 € (Instandhaltungsrücklage, Hausverwaltung, Reparaturen)

((10.800 − 2.800) ÷ (250.000 + 37.500)) × 100 = 2,78 %

Der Realitäts-Check

Aus 4,32 % Brutto werden 2,78 % Netto — ein Unterschied von über einem Drittel. Wer nur die Brutto-Zahl im Kopf hat, rechnet sich die Immobilie schön, bis sie im ersten Jahr tiefrot aus der Buchhaltung fällt.

3. Mietpreismultiplikator (Vervielfältiger)

Der Mietpreismultiplikator beantwortet eine andere Frage: Wie viele Jahre Miete muss ich kassieren, bis der Kaufpreis wieder drin ist? Er ist der Kehrwert der Bruttomietrendite.

FORMEL

Mietpreismultiplikator = Kaufpreis ÷ Jahresnettokaltmiete

250.000 € ÷ 10.800 € = ≈ 23,1

Faustregel: Unter 20

Ein Vervielfältiger über 20 bedeutet, dass sich der Kaufpreis allein aus Mieteinnahmen nicht innerhalb von 20 Jahren amortisiert. In Ballungszentren sind Werte von 25–30 keine Seltenheit — das funktioniert nur, wenn man auf langfristige Wertsteigerung statt auf laufende Miete spekuliert.

4. Eigenkapitalrendite — die eigene Verzinsung

Die Eigenkapitalrendite ist die wichtigste Kennzahl, wenn Sie die Immobilie fremdfinanzieren. Sie zeigt, wie viel Prozent das eingesetzte Eigenkapital pro Jahr tatsächlich abwirft — inklusive aller Kosten, Darlehenszinsen und Steuerlast.

FORMEL

Eigenkapitalrendite = ((Jahresreinertrag − Darlehenszins) ÷ Eigenkapital) × 100

Jahresreinertrag = Kaltmiete abzüglich aller Bewirtschaftungskosten (Instandhaltung, Rücklagen, Verwaltung), die Sie nicht auf den Mieter umlegen können.

Der Hebel-Effekt

Finanzieren Sie mit wenig Eigenkapital und günstigem Darlehenszins, kann die Eigenkapitalrendite deutlich über der Objektrendite liegen — das nennt man Hebelwirkung (Leverage). Achtung: Der Hebel funktioniert auch nach unten, wenn Leerstand oder steigende Zinsen eintreten.

Die häufigsten Fehler bei der Renditeberechnung

Nur Brutto gerechnet

Kaufnebenkosten (oft 10–15 %) und laufende Rücklagen vergessen.

Leerstand ignoriert

Zwischenmieteverluste und Mietschulden kosten schnell eine volle Monatsmiete pro Jahr.

Instandhaltung zu niedrig

Faustregel: 1 % der Kaufkosten pro Jahr für Reparaturen einplanen.

Steuern vergessen

Erträge müssen versteuert werden. Die Steuerlast sinkt Ihre Nettorendite weiter.

Wertsteigerung als Rendite

Eine steigende Kaufsumme im Markt ist keine laufende Mietrendite — Sie können nicht von der Miete leben, die Sie aus Wertsteigerung ziehen.

Was ist eine „gute" Mietrendite?

München, Berlin, Hamburg

Spekulation auf Wertsteigerung, geringe laufende Miete

2–4 %

B-Städte, Rhein-Ruhr

Solide Anlage mit ausgewogenem Verhältnis

4–6 %

C/D-Städte, ländlich

Höhere Miete, aber geringere Wertsteigerung & Risiko

6–8 %

Vorsicht geboten

Oft Indiz für Renovierungsstau oder schlechte Lage

8 %+

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Kaufpreis, Miete, Darlehen, Steuerwirkung & Cashflow auf einen Blick

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Zusammenfassung

Die Bruttomietrendite ist nur eine erste Orientierung. Für eine echte Kaufentscheidung benötigen Sie die Nettomietrendite (mit allen Kosten), den Mietpreismultiplikator (Faustregel < 20) und bei Fremdfinanzierung die Eigenkapitalrendite — inklusive Steuern.

Lohnt sich Ihre
Immobilie wirklich?

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Die Mietrendite zeigt, ob sich eine Immobilie lohnt. Wer nur auf den Kaufpreis schaut, übersieht die laufenden Kosten.

Fabian Krämer — Gründer & Geschäftsführer, Finanzcleaner GmbH

Fabian Krämer

Gründer & Geschäftsführer, Finanzcleaner GmbH

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